Seit der 1. Klima-Konferenz in Rio hat sich weltweit das Bewusstsein über die akute Gefährdung unserer Atmosphäre sehr rasch entwickelt. In aller Welt setzen sich heute Menschen gegen Klimazerstörung, gegen Raubbau an der Natur, gegen Regenwaldzerstörung ein. Von Wissenschaftlern wurden umfassend Technologien erarbeitet und Szenarien aufgezeigt, wie der drohenden Klimakatastrophe zu begegnen ist.

Auch auf kommunaler Ebene sind zahlreiche - und zum Teil auch sehr erfolgreiche - Anstrengungen unternommen worden, um den Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren und alternative Techniken zu fördern. Das kann man sicher auch für unsere Stadt sagen, wo von dem Agenda-Büro wichtige Impulse ausgingen.

Dennoch müssen wir der Tatsache ins Auge sehen, dass sich die Klima- und Umweltzerstörung global dramatisch verschärft hat in den letzten Jahren und das regionale Umweltkatastrophen bereits stark zunehmen. (z.B. Birma). Das Zeitfenster wird immer enger, um die unwiderrufliche Zerstörung von großen Teilen unserer Kultur und Zivilisation zu stoppen. Der Ausstoß an Treibhausgasen steigt beschleunigt an. Auch in Deutschland war 2007 wieder erstmals ein Anstieg zu verzeichnen. Nach Willen der großen Energie-Monopole und der Regierungen der größten Industrieländer soll die Förderung und Verbrennung fossiler Energie weiter gesteigert werden.

Auf der Konferenz in Kyoto wurde von ihnen durchgesetzt, dass auf verbindliche Reduktionsziele verzichtet wird und stattdessen wird auf den Handel mit Verschmutzungsrechten gesetzt, womit die Energie-Konzerne aus der Klimazerstörung noch Milliardengewinne schlagen können (z.B. RWE 1,7 Mrd. 2006, der Chef bei Neujahrsempfang!)

Das Problem wird verdeckt durch eine Nebelwand von Verharmlosung aber auch durch Panikmache und durch illusionäre Begriffe und Versprechungen: „Klimawandel“ statt Klima-Katastrophe, „Ökosprit“ - der zu Hungersnöten und Regenwaldzerstörung führt. Man will uns weismachen, die Klimazerstörung sei durch geändertes Müllsortierung und anderes Verbraucherverhalten zu stoppen: „Fleischverzicht gegen Klimawandel“. Eine „ökologische Markwirtschaft“ wurde heraufbeschworen. Das war eine Steilvorlage für die Energie-Monopole, die heute mit Verschmutzungsrechten für Klimazerstörung noch abkassieren und Kriege führen um die letzten Öl- und Rohstoffquellen.

Die Kommunalpolitiker und Umweltaktivisten dürfen angesichts dieser dramatischen Entwicklung nicht die Augen verschließen und sich in den Betrug mit Umweltschutz einbinden lassen. wir können uns mit dem Einsparen von Energie, einigen Solaranlagen und umweltpädagogischen Projekte keinesfalls zufrieden geben. Die kommunalen Anstrengungen für Klimaschutz können und sollen die Menschen vor allem sensibilisieren und ihnen aber auch Mut machen sich auf allen Ebenen – auch international – gegen die Hauptakteure und Betreiber der Klimazerstörung zusammenzuschließen. Die Wende in der Energie-, der Verkehrs- und Müllpolitik – hin zu einer umfassenden Kreislaufwirtschaft kann nur gegen den massiven Widerstand gegen diese Kräfte durchgesetzt werden.

Hier können auch kommunalpolitisch wichtige Zeichen gesetzt werden, auch in einer Stadt wie Gelsenkirchen, wo Energie-Monopole wie E-on und die BP über starken Einfluss verfügen.