110820_Grobrand_AKA_1Wie ist der Schutz von Anwohnern bei einem Großbrand gewährleistet? Diese Frage beschäftigt AUF Gelsenkirchen nach dem gestrigen Abbrennen der Kühlhalle der Firma A+K Kälteteam an der Uferstraße. Dank des Großeinsatzes der freiwilligen und Berufsfeuerwehr konnte das Übergreifen auf weitere Gebäude verhindert werden, was auch angesichts der nahe gelegenen Arsol Aromatics, eines benzolverarbeitenden Betriebs, zur hochgradigen Gefahr hätte werden können.

 

Die zu befürchtende Entwicklung giftiger Dämpfe bot Anlass zur Sorge für die Anwohner. Völlig richtig ist es da, dass das Landesumweltamt am Nachmittag Messungen durchführte. Für völlig unzureichend hält aber Willi Mast, umweltpolitischer Sprecher von AUF Gelsenkirchen, die Information der Anwohner: "Bei drohender Gesundheitsgefährdung wegen giftiger Dämpfe wären Lautsprecheransagen in den Stadtteilen nötig gewesen. Die Radiomeldungen auf WDR 2 und REL hörten viele Menschen nicht! Das Radio ist längst kein Medium mehr, mit dem man die Bevölkerung breit erreicht. Hier sind andere Maßnahmen geboten und für die Zukunft zu überlegen." Am Nachmittag waren viele Menschen in den angrenzenden Stadtteilen unterwegs, Kinder spielten draußen. Anwohner in Hessler direkt angrenzend an die Uferstraße waren sich bis in den Abend nicht der möglichen Gefahr bewusst, wie AUF aus Gesprächen erfuhr.

110820_Grobrand_AKA_2Zu einem Zeitpunkt, wo die Messungen des Landesumweltamtes noch nicht vorlagen, hätte die Bevölkerung sofort und zügig vor Ort gewarnt werden müssen, zumal auch die Entwicklung hochgiftiger Stoffe wie Dioxin beim Brand einer Kühlhalle möglich sind.

AUF fordert, dass die Öffentlichkeit über die Messergebnisse informiert wird und beantragt, den Großbrand und mögliche Schlussfolgerungen im Umweltausschuss zu behandeln.