Zunächst gab es einen Bericht über das Projekt Umweltdiplom für Kinder, das vom Agenda-Büro mit großer Resonanz seit Jahren zur Umwelterziehung durchgeführt wird. Ca. 4500 Kinder, teils mit Eltern, haben sich im letzten Jahr für die Kurse angemeldet.

Dann gab es einen Bericht der DMT GmbH über ein Informationssystem zu Risiken und Einschränkungen bei Geothermie-Bohrungen im Stadtgebiet. Es gibt 21 Schächte in GE. Leider konnte nichts über die Potentiale der Geothermie-Energie in GE berichtet werden.

Dann gab es einen Zwischenbericht einer Projektgruppe über den Ausbau des Radwegenetzes. Es gibt ein relativ gut ausgebautes Landes- und Regional-Radwegenetz, aber offensichtlich noch größere Defizite bei den innerstädtischen Radwegen. Ca. 200 Unfälle gibt es pro Jahr, zuletzt mit ca. 40 Schwerverletzen, die Ursache sind meist einbiegende PKWs. Der öffentliche Fahrradverleih läuft offensichtlich gut an und soll noch ausgebaut werden. „Ein großes Potential aber zu wenig kommuniziert“ - so lautete die Gesamtbilanz. Herr Jansen/CDU ging auf Fehler bei der Straßenplanung in der Vergangenheit ein. Ich kritisierte, dass zu wenig die Erfahrungen und die Kritik der Bürger berücksichtigt werden, dass unklar bleibe, warum der Radverkehr in GE bislang vergleichsweise wenig Bedeutung habe und dass die Mobilisierung der Jugend fürs Fahrrad, auch unter Migranten viel zu gering sei - ganz wenige Kinder legen den Schulweg mit dem Fahrrad zurück. Die Kinder und Jugendlichen für mehr Bewegung zu motivieren, sei gerade auch für die Gesundheitsvorbeugung (Übergewicht!) von großer Bedeutung. Es wurde berichtet, dass die Schulleitungen kein Interesse hätten, dass Kinder mit dem Fahrrad anfahren und dass es auch keine Abstellmöglichkeiten gäbe – aber dass man sonst sehr wohl für mehr Bewegung und Fahrradfahren mobilisiere. Die Frage müsse aber weiter diskutiert werden z.B. beim Klima-Aktionsplan...

Dann wurde eine neues integrierte EDV-System für den Verbraucherschutz vorgestellt, das auch landesweit installiert werden soll. Diskussionen darüber sind beim nächsten Ausschuss möglich, der mit einer Besichtigung des Schlachthofs verbunden ist. Ein Thema unsererseits sollte dabei die große Verbreitung von multireistenten Keime beim Geflügel und Fleisch durch hemmungslosen Einsatz von Antibiotica in der Tierzucht sein!

Am Ende berichtete Herr Ossiadnik/Umweltamts über das Management des Großbrands an der Uferstr. und ging dabei auf die Anfrage/Kritik von AUF ein: Bei der Verbrennung von Polyurethan entstehen außer Kohlenmonoxyd nur Cyanide, die weit unter den Grenzwerten lagen. Die Rauchsäule sei sehr hoch gestiegen und für die Wohnviertel habe es auch deshalb keine wirkliche Gefährdung gegeben – so dass auch keine Lautsprecherdurchsagen vor Ort nötig waren. Die Abstimmung in der Verwaltung und mit dem Einsatzleiter vor Ort sei professionell und korrekt gelaufen.

Ich kritisierte am Schluß noch die rein formale Stellungnahme der Bezirksregierung und der AGR zu meiner Anfrage zur umweltverträglichen Entsorgung von PCB-Abfälle und verwies auf die Veranstaltung mit Betroffenen und Experten auf der Offenen Akademie am Donnerstag 9 Uhr nächste Woche. Diese Sache ist m.E. Ein Paradebeispiel, wie ernst man es nimmt mit dem dringenden Einstieg in die Kreislaufwirtschaft.