Leserbrief an die WAZ

Vaillant-Beschäftigte 2015Zum Vaillant Ausstieg: Als IGM-Mitglied bin ich keinesfalls der Meinung, dass die Kollegen von Vaillant und wir alle das hinnehmen dürfen. Niemand darf Arbeitsplätze „verkaufen“, die heute und erst recht in Zukunft so dringlich gebraucht werden. Das kann nicht die Aufgabe der Gewerkschaft sein! Meiner Meinung nach ist es auch nicht zumutbar, dass die Kollegen von Vaillant weiter ihre Arbeit machen, sich zermürben lassen und Vaillant so einen reibungslosen Abbau ermöglichen. Ein Streik wäre die einzige Sprache, die diese Herren verstehen. Mit breiter Solidarität und Unterstützung können die Kollegen unbedingt rechnen.

Jozsef Toth

fragt Toni Lenz, Sachkundiger Einwohner von AUF Gelsenkirchen, die Mitglieder der etablierten Parteien im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Beschäftigungsförderung und Tourismus. Sie hörten sich den Bericht von Dr. Schmitt über die Pläne von BP an, ca. 300 Arbeitsplätze zu vernichten (siehe WAZ vom 13.2.) - ohne ein klares Wort des Protests. “Meine Aufforderung, sich wie der Stadtrat bei Vaillant eindeutig gegen den geplanten Arbeitsplatzabbau zu positionieren und der Belegschaft Unterstützung in ihrem Kampf zu versichern, wurde de facto verweigert.”

“Das ist doch ein erbärmlicher Kniefall vor BP”, so Toni Lenz weiter. “Ich kann mich nicht damit abfinden, dass größere Unternehmen jede Menge Unterstützung durch die Stadt erhalten, aber bei solchen bürgerfeindlichen Plänen der BP nicht klar dagegengehalten wird – sondern man wie ein Kaninchen auf die Schlange starrt.”
Selbst wenn es für abgebaute Arbeitsplätze Abfindungen geben soll, sind diese Arbeitsplätze für die Gelsenkirchener Jugend weg – und ein mehrfaches an Arbeitsplätzen, die daran hängen. “Angesichts wiederholter gefährlicher Unfälle bei BP mache ich mir auch Sorgen um die Sicherheit der Bevölkerung, wenn die Belegschaft noch weiter reduziert wird.“

AUF Gelsenkirchen ist jedenfalls nicht bereit, auch nur einen Arbeits- und Ausbildungsplatz kampflos aufzugeben. “Ich vertraue fest darauf, dass die Belegschaft für ihre Zukunft selbst aktiv wird, und sichere ihnen dabei jegliche Unterstützung zu.”

Die Entscheidung der BP, erneut 800 Stellen abzubauen, davon 340 in Gelsenkirchen, kann man nur noch als unverfroren bezeichnen. BP steht auf Platz 6 der Weltkonzerne, hat 284 Mrd. $ Kapital und macht jährlich 4,2 Mio. Umsatz pro Beschäftigten. Mit dem Abbau von Arbeitsplätzen in den letzten Jahren, der ungesetzlichen Norderweiterung ( s. auch Leserbrief J. Pabst am 15.1.16) zur" angeblichen Sicherung von Arbeitsplätzen" , der Häufung von gefährlichen Störfällen werden die Gelsenkirchener regelrecht von BP betrogen!

Im Gegenteil erwarten die Bewohner eine Aufstockung des Personals zur Wartung und Sicherheit der Anlagen – für alle Kollegen in der Raffenerie und der strapazierten Gesundheit aller aus den benachbarten Stadtteilen. Der zunehmende Protest gegen häufiges Abfackeln und Störfälle fordert technische Nachrüstung mit einer Fackelgasrückgewinnungsanlage gegen weitere Luftverschmutzung mit giftigen Rückständen.

Deshalb kann die Konsequenz nur heißen: kein Arbeitsplatz in Gelsenkirchen darf kampflos aufgegeben werden – zu unser aller Sicherheit und Gesundheit!

Dagmar Brettschneider

Die Norderweiterung der BP in Gelsenkirchen – auf Kosten von 47 ha Landschaftsschutzgebiet - wurde 2012 im Rat der Stadt durchgedrückt, gegen die Einwände zahlreicher Bürger, gegen Proteste der Bürgerinitiative, der BUND Kreisgruppe, gegen die Stimme von AUF und Grünen. AUF stellte sich von Anfang klar gegen diesen Wahnsinn.

Die Zustimmung von SPD, CDU, FDP und dem Bürgerbündnis Gelsenkirchen im Rat war ein einziger Kniefall vor BP, einem der größten Umweltverschmutzer vor Ort.
Damals hob Dr. Haertel, Fraktionsvorsitzender der SPD noch groß das Argument Arbeitsplätze hervor. Dass BP eiskalt unter dem Blickwinkel der Gewinnmaximierung entscheidet, war doch schon damals offensichtlich, das zeigt sich auch jetzt. Schutz der Umwelt und Arbeits- und Ausbildungsplätze gehören zusammen!

Mit freundlichen Grüßen und der Bitte um Berichterstattung
Martina Reichmann

Offensiv - Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit bei Opel Bochum
Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo

160116 flyer neu2 page 001In den letzten Tagen liest man viel darüber, dass seit vier Monaten die Abrissbagger nicht wie eigentlich geplant auf die Fläche des ehemaligen Opel-Werks in Bochum kommen. Über die Menschen, die in diesen Gebäuden - viele ihr halbes Leben lang - gearbeitet haben, erfährt man wenig. Die aktuellen Meldungen über die desaströsen Vermittlungszahlen der Transfergesellschaft (gerade einmal knapp über 100 vermittelte Kollegen von rund 2.500 Opelanern) zeigen eindringlich, dass die Versprechungen, die den Opelaner gemacht wurden, nicht mehr waren als heiße Luft.