Der WAZ war am 20.6. zu entnehmen, dass der BP-Konzern am Jahresende 100% der beiden Raffinerien in Gelsenkirchen-Scholven und der DHC Solvent-Chemie in Mülheim übernehmen will. “Das erscheint als positive Nachricht, ist aber eher geeignet, mich im Hinblick auf die Situation für die Beschäftigten zu beunruhigen,” sagt Anton Lenz, Sachkundiger Einwohner von AUF Gelsenkirchen im Ausschuss, für Wirtschaftsförderung, Beschäftigungsförderung und Tourismus. “Es wundert mich auch, dass ich in der Sitzung des Ausschuss 2 Tage vorher kein Wort darüber gehört habe.”

Wenn der Vorstandsvorsitzende der BP Europa, Michael Schmidt, frohlockt, dass es damit möglich ist, ihr Raffinerie- und Petrochemiegeschäft “neu zu fokussieren, es weiter zu vereinfachen und effizienter zu gestalten”, dann “läuten bei mir die Alarmglocken”, so Anton Lenz weiter. “Was für BP 'einfacher und effizienter' ist, bedeutet nach aller Erfahrung für die Beschäftigten Rationalisierung, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und Gefahr für die Arbeitsplätze. Das kann nicht akzeptiert werden.”
Anton Lenz wird im Ausschuss beantragen, einen Vertreter des BP-Vorstands für die nächste Sitzung einzuladen, ihre Pläne darzulegen und sich den Fragen im Ausschuss zu stellen, insbesondere was auf Gelsenkirchen und die Beschäftigten zukommt.

Nachlese zum Ausschuss für Arbeit und Soziales am 29.4.15

AA-LeipzigIn Gelsenkirchen sind 30.962 Menschen arbeitslos oder unterbeschäftigt. Über 80% der 22.482 offiziell Arbeitslosen in Gelsenkirchen sind langzeitarbeitslos. Es besteht also dringender Handlungsbedarf.

Toni Lenz
… ist den Aussagen von Herrn Heinberg in der WAZ vom 24.3.15 nach „moderieren, koordinieren, Krisenmanagment aktiv betreiben und initiativ handeln“. Wow, die CDU typische DNA erschöpft sich in Worthülsen! Es ist ja schön, wenn die CDU jetzt ihr Herz für die Wirtschaftsförderung entdeckt – was man vorhat bleibt allerdings konkret völlig offen. Taten wären allerdings dringend nötig:
„Angesichts der tatsächlichen Arbeitsplatzvernichtung frage ich mich, wie das grundsätzlich bestehende Problem mit den oben genannten Mitteln gelöst werden soll?“, fragt Toni Lenz, sachkundiger Einwohner für AUF im Ausschuss für Wirtschaftsförderung. Eine Antwort der Stadtverwaltung auf die Anfrage von AUF im Ausschuss für Wirtschaftsförderung belegt aktuell, wie die Industriearbeitsplätze zurückgegangen sind: von 13389 (2003) auf 10127 (2013).

hat das Wirtschaftsdezernent Dr. Schmitt schriftlich?

Erstaunt las ich im Interview mit Dr. Schmitt( Wirtschaftsdezernent der Stadt Gelsenkirchen), wie er die Sicherheit der EON Arbeitsplätze als Erfolg begrüßte - allein durch die Erwähnung von Gelsenkirchen als Ingenieursstandort von EON und dem Anlageservices.

Dass die Trennung von EON in ein Zukunftsgeschäft mit erneuerbarer Energie und dem Handel, einem eigenständigen von Atom, Kohle und Gasgeschäft in eine Art Bad Bank namens „Uniper“ geschaffen werden soll, problematisiert Herr Dr. Schmitt nicht. Immerhin soll die UNIPER( so soll wohl der Kürzel des neuen Geschäftsfeldes heißen) 20000 von insgesamt 60000 Beschäftigten von EON übernehmen.

Was kommt dann auf die Beschäftigten zu? Neue Verträge, weitere Vernichtung von Arbeitsplätzen... Immerhin hat EON schon 1000 Arbeitsplätze vernichtet, 150 allein im Kraftwerk Scholven bis 31.12.2014. Mit den Profiten, die EON seit Jahrzehnten eingestrichen hat, könnten schon längst alternative Arbeitsplätze z.B. im Umweltschutz geschaffen worden sein - wenn das ein „wirkliches“ Zukunftsgeschäft werden soll. Die Umweltschäden, die der Konzern weltweit durch die Erwärmung des Klimas, durch Feinstaubbelastungen sowie einem Jahrhunderte strahlendem Atommüll rücksichtslos durchgeführt hat, muss er als Verursacher verantwortlich „entsorgen“- das fordern wir.

Mehr als 300 Kollegen aus erzieherischen pädagogischen Berufen versammelten sich auf dem Heinrich- König Platz. Ver.di fordert für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst eine höhere Eingruppierung, die zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würde. Indirekt profitieren von einem Tarifergebnis mit den kommunalen Arbeitgebern auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern.