Leserbrief zur Diskussion und zum WAZ Artikel „St. Josef Hospital droht die Schließung“ - WAZ vom 13.12.2016

Das Krankenhaus in Horst muss bleiben, als allererster Ausgangspunkt!

Die Schließung von 10.000 Betten mit dem "Krankenhausbedarfsplan" - welcher Bedarf wird da denn zugrunde gelegt?! Ich vermisse eine differenzierte Sicht und Planung, orientiert daran, was die Bevölkerung wirklich will und benötigt! Wir haben doch bundesweit eine marodes Planungsregime, diktiert von der Deckelung im Gesundheitswesen, von Fallpauschalen, aber auch von winkenden Gewinnen. Das Gesundheitswesen fungiert als profitabler Markt - mit Krankenhausketten wie Helios, Sana, Asklepios, und die Pharmaindustrie mit ihren Megaprofiten werden aus der Schusslinie genommen. Das wird ausgetragen auf dem Rücken der Beschäftigten, Patienten und Angehörigen.

Ich habe als Krankenschwester auf einer Intensivstation selbst einiges erlebt - Übernahme von Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen wie Hirnblutungen werden zur Zitterpartie, ob ein Behandlungsplatz da ist. Kranke werden durch die Städte gekarrt auf der Suche nach einem freien Bett . Krankenhäuser werden - auch aus anderen Städten - angefahren, obwohl sie für Notfälle abgemeldet sind. Intensivstationen können aus Personalgründen die vorhandenen Betten nicht nutzen. Da muss sich was ändern, in der Tat!

Ich möchte das Personal im St. Josef-Hospital ermutigen, der eigenen Meinung und Erfahrung zu vertrauen, sich kein X für ein U vormachen zu lassen sich zusammen zu schließen, um für die Arbeitsplätze zu kämpfen. Das ist der beste Dienst am Patienten.

Martina Reichmann