150706 Jugendaktion der MontagsdemoMit rund 100 Teilnehmern und vielen interessierten Passanten erregte die 538. Montagsdemo großes Aufsehen mit einer Kundgebung und Demonstration zum Hans-Sachs-Haus und Familienbüro. Im Mittelpunkt stand eine gemeinsame Protestaktion mit dem Jugendverband REBELL und der Kinderorganisation Rotfüchse. Brennpunkt des Protestes ist eine unhaltbare Maßregelung und Bevormundung von bedürftigen Eltern und Kindern durch die Stadtverwaltung. Ihnen wird kein Zuschuss gewährt für eine Teilnahme am Sommercamp des REBELL! Die Familien bekommen die Gutscheine, die ihnen laut Bildungs- und Teilhabepaket zustehen. Der Skandal ist: sie dürfen sie nicht einlösen beim REBELL. Diese Bevormundung kritisiert die Montagsdemo entschieden. Moderatorin Monika Gärtner-Engel, Stadtverordnete für AUF Gelsenkirchen zieht klar: „Wir kämpfen zusammen darum, dass diese Kinder und Jugendlichen zu dem Camp gehen können, wo sie hin wollen. Diese Bevormundung seitens der Stadt, wer ist förderungswürdig ist und wer nicht, ist grundsätzlich undemokratisch und inakzeptabel!“

Heißes Eisen der 533. Gelsenkirchener Montagsdemo war am 1. Juni 2015 der Jugendamtsskandal, wir demonstrierten und protestierten zuerst zum Hans-Sachs-Haus und anschließend zum Jugendamt Gelsenkirchen, mit Kundgebungen an beiden Orten.

Einstimmig verabschiedeten die Teilnehmer/innen eine Erklärung:
„Wir fordern die vollständige Aufklärung zu den Vorgängen, zur persönlichen Bereicherung, über das intrigante und mit hoher krimineller Energie betriebene Verhalten der ehemaligen Jugendamtsspitze in Gelsenkirchen, über die unzureichende Kontrolle in all den vergangenen Jahren. Sämtliche Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden, die in die Vorgänge verstrickt sind!
Wir protestieren vehement gegen den Aufhebungsvertrag für den Hauptverantwortlichen Alfons Wissmann!
Wir fordern, dass erforscht wird, wie es den Jugendlichen erging und geht, die nach Ungarn geschickt wurden, und dass Schadenersatz bekommen für den Fall, dass sie zu Schaden gekommen sind.
Wir fordern die aktive Unterstützung einer kämpferischen, solidarischen und zukunftsweisenden Jugendarbeit und Jugendpolitik in Gelsenkirchen,
wir fordern Zuschüsse für das Jugendzentrum CHE, wir fordern die Unterstützung der Beteiligung am Sommercamp des Jugendverbands REBELL als hochwertige solidarische Pädagogik!“

Der Jugendamtsskandal

… steht im Fokus für viele Bürger/innen, mit großer Empörung, er prägte auch die heißen Debatten in der städtischen Politik mit umfangreichen Beratungen, außerordentlichungen Sitzungen des Hauptausschusses am 4.5.15 von bis 16.00 bis fast 22.00 Uhr, am 12.5.15 von 18.00 bis nach Mitternacht und bei den ordentlichen Sitzungen des Hauptausschusses am 21.5. von 11.00 bis 12.00 Uhr und des Rates von 15.00 bis 22.00 Uhr - einem Sitzungsmarathon von gut 20 Stunden! AUF hat in diesen Tagen Kompetenz und Profil bewiesen, und es hat sich im Rat und den Ausschüssen eine richtige gemeinsame Opposition gebildet. Die SPD hat natürlich ihre sämtlichen Anträge aufgrund ihrer absoluten Mehrheit durchbekommen – doch vielfach gegen die Stimmen aller anderen! Das ist eine bemerkenswerte Situation: SPD contra "vereinigte Opposition".

Hans-Sachs-Haus BaustelleKinder als Spielball von persönlichen Interessen? Die Vorkommnisse um den Jugendamtsleiter Alfons Wissmann und seinen Stellvertreter Thomas Frings und alle damit verbundenen Netzwerke stehen berechtigt im Licht der Öffentlichkeit. Viele Fragen sind noch nicht annähernd beantwortet. Jede Antwort wirft 100 neue Fragen auf. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind dabei eine Seite. Der Rat der Stadt Gelsenkirchen hat ebenso eine große Verantwortung und Interesse, hier keine Frage unbeantwortet zu lassen.

Anna BartholoméDas Schlagwort heißt „Inklusion“ und meint das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne irgendwelche besonderen Handicaps.Das wird auch von der UNO gefordert und nach viel zu langem Zögern auch in unseren Schulen umgesetzt.
Immer mehr Eltern nehmen das Recht wahr, ihre Kinder, auch wenn sie besonderen Förderbedarf haben, in der Regelschule anzumelden. Das geschieht oft auch aus der Sorge heraus, dass ihre Kinder schlechtere Aussichten auf eine Lehrstelle haben, wenn sie den Makel des „Sonderschülers“ tragen. Dadurch schrumpft natürlich die Schülerzahl in den bislang vier Förderschulen für „Lernen und emotionale und soziale Entwicklung“ unter die vom Land festgeschriebenen Mindestzahlen.