Ohne weitere Begründung hat Kevin Hauer mitgeteilt, dass die Ratsfraktion von Pro NRW sich „Pro Deutschland“ angeschlossen hat – eine womöglich noch weiter rechts stehende Sammelbewegung. Zahlreiche Ex- oder Immer-noch-Funktionäre der NPD und neofaschistischer Kameradschaften treiben dort ihr Unwesen. Die Fassade als „demokratische Bürgerbewegung“ bricht immer mehr zusammen. Mit seiner Vorliebe für Hitler-Portraits hat Kevin Hauer ja auch hier in Gelsenkirchen demonstriert, wes Geistes Kind er ist.

Angesichts des breiten antifaschistischen und antirassistischen Protests, mit der die Pegida-Bewegung zerpflückt wurde und der beeindruckenden Solidarität mit den Flüchtlingen in ganz Deutschland vertiefen sich die Probleme der verschiedenen Neonazi-gruppierungen. Mit Intrigen unnd Beschuldigungen zerfleischen sich gegenseitig. Kevin Hauer wollte als Oberbürgermeister-Kandidat für Pro-NRW in Bonn antreten, zog das aus dubiosen Gründen zurück. Womöglich ist Umbenenung davon getrieben.

Über die sehr eindeutige Positionierung des Rates am 20.8.2015 habe ich mich sehr gefreut. Bisher war in der Berichterstattung darüber nichts zu erfahren. Dabei hat das Thema Gewicht. Liegt es daran, dass AUF das Thema auf die Tagesordnung des Rates setzte?

"Das ist unser Gelsenkirchen!" heißt es in der Ratsresolution. Genau! Hier kam die gelebte Willkommenskultur zum Ausdruck, es wurde ein klares Zeichen gesetzt gegen alle Nazischmierereien und Angriffe auf Antifaschisten und Flüchtlinge. Aus der Bevölkerung gibt es erfreulich positive Reaktionen auf die Aufnahme von Flüchtlingen und eine vielfältige Hilfe und Solidarität. In diesem Sinne setzte jetzt auch der Rat ein einstimmiges Zeichen. Monika Gärtner-Engel, Stadtverordnete für AUF, hatte dazu Initiative ergriffen, die auch von der Ratsfraktion der Grünen aufgegriffen wurde mit einem Vorschlag für eine Erklärung, die besonders des Zusammenhalten und die Solidarität würdigte. Der Rat setzte damit ein einstimmiges Zeichen - leider auch mit den Stimmen von Pro NRW, (sie seien gegen alle Schmierereien). Auf diese heuchlerischen unsägliche Stimmen legt keiner Wert.

Die antifaschistische Grundhaltung, die sich auch im Rat zeigte, gilt es unbedingt zu stärken. Wehret den Anfängen! Das haben wir in Gelsenkirchen unter anderem am 1. Mai getan, woran auch der Oberbürgermeister erinnerte. Ich meine, wir sollten gemeinsam weiter aktiv werden, um die Willkommenskultur und Solidarität Realität werden zu lassen.

Zahlreiche Bündnisse, Initiativen, Kirchengemeinden, Einzelpersonen „von Religion bis Revolution“ haben es geschafft: GE blieb am 1. Mai Nazi-frei! Die Teilnehmer können stolz sein, dazu einen wichtigen Beitrag geleistet zu haben. Mit insgesamt mehreren Hundert Menschen, darunter zahlreiche Rotthauser Jugendliche, wurde noch vor dem Ortsschild Gelsenkirchen auf der Rotthauser Straße in Essen einen 'Strassenauflauf mit Blockadepotenzial' organisiert. Das trug dazu bei, zu verhindern, dass die neofaschistische Partei „Die Rechte“ überhaupt auf Gelsenkirchener Gebiet kam. Das ist ein voller Erfolg und nach der Weltmeisterschaft 2006 eine weitere, schwere Schlappe für Neofaschisten und Rechte in GE.

Die Rotthauser und Gelsenkirchner können stolz sein auf den erfolgreichen Protest und Widerstand gegen die Neo-Nazis. Durch die große Beteiligung an dem Protest und der Blockade wurde erreicht, dass ihr Aufmarsch an der Stadtgrenze gestoppt wurde! Gelsenkirchen blieb nazifrei am 1. Mai! Die evangelische Emmaus-Gemeinde war der Motor, um den Widerstand gegen den Aufmarsch in Gang zu bringen und die verschiedensten demokratischen und antifaschistischen Kräfte zusammen zu bekommen.

Dass sich so viele Menschen, insbesondere aus dem Stadtteil, den Neonazis aktiv entgegenstellten und ihnen den Zutritt in unsere Stadt verwehrten und die umsichtige Moderation durch die Stadträtin Monika Gärtner-Engel waren letztlich ausschlaggebend für den Erfolg. Die Blockade wurde bewundernswert entschlossen durchgeführt, ohne der Polizei irgendeinen Anlass zu geben einzuschreiten.

Heimweh nach R.v.S. – zum Zweiten

„Dass die Polizeipräsidentin die Empörung darüber teilt, dass die Rechten in Gelsenkirchen marschieren und ihre Mitarbeiter da einbezieht, begrüße ich ausdrücklich. Ein starkes Stück finde ich es allerdings, wenn Frau Heselhaus-Schröer um Verständnis wirbt, dass jeder demonstrieren dürfe. Provokant ist es, den faschistischen Aufmarsch auch noch direkt am antifaschistischen Friedensfest und am Ernst Käsemann Platz vorbeiziehen zu lassen.
Der artige Äußerungen und Entscheidungen sind ausgerechnet 70 Jahre nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus ein Hohn“, so Monika Gärtner-Engel, Stadtverordnete für AUF Gelsenkirchen.