Über die sehr eindeutige Positionierung des Rates am 20.8.2015 habe ich mich sehr gefreut. Bisher war in der Berichterstattung darüber nichts zu erfahren. Dabei hat das Thema Gewicht. Liegt es daran, dass AUF das Thema auf die Tagesordnung des Rates setzte?

"Das ist unser Gelsenkirchen!" heißt es in der Ratsresolution. Genau! Hier kam die gelebte Willkommenskultur zum Ausdruck, es wurde ein klares Zeichen gesetzt gegen alle Nazischmierereien und Angriffe auf Antifaschisten und Flüchtlinge. Aus der Bevölkerung gibt es erfreulich positive Reaktionen auf die Aufnahme von Flüchtlingen und eine vielfältige Hilfe und Solidarität. In diesem Sinne setzte jetzt auch der Rat ein einstimmiges Zeichen. Monika Gärtner-Engel, Stadtverordnete für AUF, hatte dazu Initiative ergriffen, die auch von der Ratsfraktion der Grünen aufgegriffen wurde mit einem Vorschlag für eine Erklärung, die besonders des Zusammenhalten und die Solidarität würdigte. Der Rat setzte damit ein einstimmiges Zeichen - leider auch mit den Stimmen von Pro NRW, (sie seien gegen alle Schmierereien). Auf diese heuchlerischen unsägliche Stimmen legt keiner Wert.

Die antifaschistische Grundhaltung, die sich auch im Rat zeigte, gilt es unbedingt zu stärken. Wehret den Anfängen! Das haben wir in Gelsenkirchen unter anderem am 1. Mai getan, woran auch der Oberbürgermeister erinnerte. Ich meine, wir sollten gemeinsam weiter aktiv werden, um die Willkommenskultur und Solidarität Realität werden zu lassen.

Zahlreiche Bündnisse, Initiativen, Kirchengemeinden, Einzelpersonen „von Religion bis Revolution“ haben es geschafft: GE blieb am 1. Mai Nazi-frei! Die Teilnehmer können stolz sein, dazu einen wichtigen Beitrag geleistet zu haben. Mit insgesamt mehreren Hundert Menschen, darunter zahlreiche Rotthauser Jugendliche, wurde noch vor dem Ortsschild Gelsenkirchen auf der Rotthauser Straße in Essen einen 'Strassenauflauf mit Blockadepotenzial' organisiert. Das trug dazu bei, zu verhindern, dass die neofaschistische Partei „Die Rechte“ überhaupt auf Gelsenkirchener Gebiet kam. Das ist ein voller Erfolg und nach der Weltmeisterschaft 2006 eine weitere, schwere Schlappe für Neofaschisten und Rechte in GE.

Die Rotthauser und Gelsenkirchner können stolz sein auf den erfolgreichen Protest und Widerstand gegen die Neo-Nazis. Durch die große Beteiligung an dem Protest und der Blockade wurde erreicht, dass ihr Aufmarsch an der Stadtgrenze gestoppt wurde! Gelsenkirchen blieb nazifrei am 1. Mai! Die evangelische Emmaus-Gemeinde war der Motor, um den Widerstand gegen den Aufmarsch in Gang zu bringen und die verschiedensten demokratischen und antifaschistischen Kräfte zusammen zu bekommen.

Dass sich so viele Menschen, insbesondere aus dem Stadtteil, den Neonazis aktiv entgegenstellten und ihnen den Zutritt in unsere Stadt verwehrten und die umsichtige Moderation durch die Stadträtin Monika Gärtner-Engel waren letztlich ausschlaggebend für den Erfolg. Die Blockade wurde bewundernswert entschlossen durchgeführt, ohne der Polizei irgendeinen Anlass zu geben einzuschreiten.

Heimweh nach R.v.S. – zum Zweiten

„Dass die Polizeipräsidentin die Empörung darüber teilt, dass die Rechten in Gelsenkirchen marschieren und ihre Mitarbeiter da einbezieht, begrüße ich ausdrücklich. Ein starkes Stück finde ich es allerdings, wenn Frau Heselhaus-Schröer um Verständnis wirbt, dass jeder demonstrieren dürfe. Provokant ist es, den faschistischen Aufmarsch auch noch direkt am antifaschistischen Friedensfest und am Ernst Käsemann Platz vorbeiziehen zu lassen.
Der artige Äußerungen und Entscheidungen sind ausgerechnet 70 Jahre nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus ein Hohn“, so Monika Gärtner-Engel, Stadtverordnete für AUF Gelsenkirchen.

Egal wo die Neo-Nazis von „Die Rechte“ auftauchen: Am 1. MAI NAZIFREI!
Neuer Treffpunkt für die Gegenaktionen: 17:30 Uhr auf dem Krayer Markt in Essen

Das Kooperationsgespräch der Anmelder der Gegenaktionen gegen den geplanten Aufmarsch der Partei "Die Rechte" am 1. Mai 2015 in Essen-Kray brachte neue Erkenntnisse. Die Polizei teilte den Vertreter/innen von "Essen stellt sich quer", "Kray ist bunt" und der Gelsenkirchener Emmaus-Kirchengemeinde mit, dass der Aufmarsch nicht am Bahnhof Essen-Steele, sondern mit einer Kundgebung auf dem Krayer Markt starten wird. Die Kundgebung der Neo-Nazis soll um 18.00 Uhr beginnen und eine Stunde dauern. Danach (19:00 Uhr) soll der Aufmarsch durch die Hubertstraße zur Krayer Straße gehen, der Krayer Straße nach Norden folgen, an den Stolpersteinen vor der kath. Kirche St. Barbara vorbei, bis zur Unterführung in die Rotthauser Straße.

Der Rest des Weges wird wie geplant verlaufen (Rotthauser Straße, Steeler Straße, Rotthauser Markt). Am Rotthauser Markt soll "Die Rechte" allerdings nicht in die Straße „Am Dahlbusch“ abbiegen, sondern bereits vorher in die Karl-Mayer-Straße, am Ernst-Käsemann-Platz vorbei in den Wendehammer. Von dort führt ein Fußweg zum S-Bahnhof GE- Rotthausen.

Desweiteren geht die Polizei davon aus, dass die meisten Teilnehmer von „Die Rechte“ am Bahnhof Kray-Nord ankommen werden und die wenigen hundert Meter zum Krayer Markt zu Fuß laufen werden.