Verlorene Arbeitsplätze kann keine Abfindung ersetzen. Kritiker in der IG Metall, die für Streik um Erhalt der Arbeitsplätze eintreten, als "populistisch" zu bezeichnen ist diffamierend. Schlimm genug, dass das "Deutsches Recht" im Unterschied zu den meisten Ländern Europas kein allseitiges Streikrecht enthält. Oft haben sich deshalb Kollegen das Recht selbst genommen und auch Erfolge erzielt. Solidarische Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre wissen, wie sie sich dazu verhalten. Entlassungen und Stilllegungen wurden so zumindest zeitweise verhindert (zum Beispiel BuS, Opel 2004, Bosch, Thyssen). Wer nicht kämpft, hat schon verloren - die alte Weisheit der Arbeiterbewegung gilt, auch für das Streikrecht. Den Verzicht auf Kampfmaßnahmen zu unterschreiben ist nicht akzeptabel und ein Kniefall vor dem Vaillant-Diktat.

Daniela Müller

Ein schwarzer Tag für's Revier. Die Kolleginnen und Kollegen und ihre Familien brauchen unsere volle Solidarität.
Das Ergebnis dieser Verhandlungen war vorgezeichnet. Der Verzicht auf Arbeitskämpfe und Streik bringt - nichts, was die Kollegen für die Zukunft wirklich brauchen. Wie haben es die Opel-Kollegen formuliert: Mit Erpressern verhandelt man nicht. Wer unterschreibt, auf Arbeitskampfmaßnahmen zu verzichten, gibt sich im Kampf für eine Zukunftsperspektive vor allem für die Jugend geschlagen. Die Jugend braucht andere Vorbilder.

Mit freundlichen Grüßen und der Bitte um Veröffentlichung

Martina Reichmann

Leserbrief zu "Tarifabschluss belastet arme NRW-Städte"

 ... für die kämpferischen Aktivitäten! Das Verhandlungsergebnis wurde rasant schnell erzielt. Das ist meiner Meinung nach der Entschlossenheit, Zähigkeit und Power im Tarifstreik geschuldet. Eigentlich wäre noch viel mehr drin gewesen. Gerade die Jungen haben klare Kante gezeigt, was sie von dem provokativen Angebot der kommunalen Arbeitgeber halten.

Das Argument der "Belastung" der armen Städte" kommt einem schier zu den Ohren raus. Selbst wenn die Beschäftigten über Jahre Lohnerhöhungen verzichten würde, die gigantischen Löcher in den kommunalen Haushalten würde das nie und nimmer schließen. Wer wenn nicht die Beschäftigten hält denn "den Laden am Laufen"? Als langjährige Krankenschwester kann ich ein Lied davon singen.

Leserbrief an die WAZ

Zu Vaillant: Nach Schließungen von Stauffenberg, Schalker Eisenhütte, Gelco und Opel Bochum und Entlassungen in anderen Gelsenkirchener Betrieben soll es bei Vaillant jetzt so weitergehen? Jeder vernichtete Arbeitsplatz fehlt nicht nur der Jugend, sondern wirkt sich auf die Perspektive unserer Kinder aus. Wir können es uns doch nicht erlauben, aus Gründen der Profitmaximierung einiger weniger, die Zukunft ganzer Generationen aufs Spiel zu setzen. Es den Herren Vaillant bei den Abfindungen so teuer wie möglich zu machen, ist keine Alternative, sondern Kapitulation. Den Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz kann man nur mit aller Härte führen. Rund 2,2 Millionen Metaller sind doch eine Macht, wenn sie eingesetzt wird.

Gerhard Labatzki

Leserbrief an die WAZ

Vaillant-Beschäftigte 2015Zum Vaillant Ausstieg: Als IGM-Mitglied bin ich keinesfalls der Meinung, dass die Kollegen von Vaillant und wir alle das hinnehmen dürfen. Niemand darf Arbeitsplätze „verkaufen“, die heute und erst recht in Zukunft so dringlich gebraucht werden. Das kann nicht die Aufgabe der Gewerkschaft sein! Meiner Meinung nach ist es auch nicht zumutbar, dass die Kollegen von Vaillant weiter ihre Arbeit machen, sich zermürben lassen und Vaillant so einen reibungslosen Abbau ermöglichen. Ein Streik wäre die einzige Sprache, die diese Herren verstehen. Mit breiter Solidarität und Unterstützung können die Kollegen unbedingt rechnen.

Jozsef Toth