Zwei Vertreterinnen des Frauenhauses Gelsenkirchen waren im Ausschuß für Arbeit und Soziales und berichteten über ihre Arbeit, eine sehr wichtige Arbeit, die mit großem Engagement von den Mitarbeiterinnen gemacht wird. Sie wurden eingeladen nach Berichten in den Medien, dass die Frauenhäuser im Ruhrgebiet insbesondere durch die Aufnahme von Flüchtlingsfrauen überfordert würden. Damit wurde unterschwellig suggeriert, dass die Frage von häuslicher und sexueller Gewalt v.a. ein Problem von Migranten- und Flüchtlingsfamilien sei und das jetzt auf Kosten von deutschen Frauen ginge. Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses bestätigten hingegen, dass Frauen quer durch alle Schichten davon betroffen sind. In Gelsenkirchen wurde noch keine Flüchtlingsfrau aufgenommen. In ganz Deutschland gibt es zu wenig Plätze in Frauenhäusern. Deutschland erfüllt nicht annähernd die von der Task Force des Europarates empfohlene Quote von 1 Frauenhausplatz auf 7.500 Einwohner/-innen (Gesamtbevölkerung). 2014 konnten in NRW nur 5.600 Frauen und Kinder aufgenommen werden, 7.500 wurden abgewiesen. Im Frauenhaus Gelsenkirchen gibt es 20 Plätze für Frauen und Kinder - viel zu wenig.

Monika Gärtner-Engel hat sich beim OB für die kommende Stadtratssitzung entschuldigt. „Das kommt selten vor,“ so Manuela Reichmann, Vorstandssprecherin von AUF, „aber diesmal haben wir das besonders gefördert. Denn: Ab Sonntag beginnen für die Stadträtin von AUF vier bewegte Wochen. Sie fliegt nach Kathmandu, zur zweiten Weltfrauen-konferenz der Basisfrauen, die vom 13. bis 18. März 2016 stattfindet. Als Initiatorin des Projektes und als Mitglied im internationalen Vorbereitungskomitee ist sie gefragt bei den anstehenden Vorbereitungen für eine erfolgreiche Konferenz.“
Besonderes Kennzeichen dieser Weltfrauenkonferenz, die nach der Einstellung der UNO Weltfrauen-konferenzen entstand: Hier kommen die Basisfrauen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kontinenten zusammen: die Teepflückerin aus Sri Lanka lernt die Bergarbeiterin aus Spanien kennen, die Textilarbeiterin aus Bangladesh die Aktivistin vom Tahirplatz in Ägypten, die kurdische Freiheitskämpferin die Automobilarbeiterin aus Deutschland … In einem fünfjährigen Vorbereitungsprozess seit der 12. Konferenz 2011 in Caracas/ Venezuela haben Frauen auf der ganzen Welt unzählige Schritte gemacht, Prozesse organisiert, wurden aktiv für die Finanzierung, haben ihre Delegierten gewählt, die kämpferische Frauenbewegung in ihren Ländern aufgebaut und gestärkt entsprechend dem Motto der diesjährigen Konferenz auf dem Dach der Welt: „Frauen erklimmen die höchsten Berge!“

150506 WFK VeranstaltungWir erhielten folgende Mitteilung vom Frauenverband Courage, die wir euch gerne weitergeben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie herzlich einladen zur Berichterstattung und Teilnahme an der Veranstaltung:

Der Countdown läuft zur Weltfrauenkonferez der Basisfrauen in Nepal 2016 – Spenden dringend gebraucht!

Ein gewaltiges Erdbeben hat die Himalaya-Region erschüttert. Wir leisten - von Basis zu Basis – tatkräftige Hilfe. Grosse Erfolge verzeichnet bereits eine Spendensammlung auf Initiative der Weltfrauen. Die Gastgeberinnen der 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2016 sorgen dafür, dass jeder Euro vor Ort dort ankommt, wo er gebraucht wird.

SpendensammlungÜber 150 Teilnehmerinnen am 9.5.2015 im Kultursaal der Horster Mitte in Gelsenkirchen setzten ein klares Zeichen: Die Frauen auf der Welt sind nicht aufzuhalten!

Mit der Einführung der – von uns befürworteten – Sperrzeit für die Straßenprostitution ist an der Münsterstraße eine Situation verstärkter Gefährdung für die Frauen entstanden, da sich ihre Arbeit nun auf die dunklen Nachtstunden einschränkt. Darauf hat AUF Gelsenkirchen von Anfang an hingewiesen und deshalb zusammen mit Prostituierten flankierende Maßnahmen verlangt – in mehreren Anträgen an den Rat, zuletzt im Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen. Die geforderte Straßenbeleuchtung, anstatt die Frauen in stockdunkler Nacht an der Münsterstraße stehen zu lassen wurde von der Mehrheit des Rates kaltschnäuzig im vollen Bewusstsein der Gefährdung abgelehnt, ebenso wie weitere soziale Maßnahmen erweiterter Beratung, Betreuung und Ausstiegshilfe für Prostituierte in Gelsenkirchen. Gelsenkirchen rangiert hier im Angebot mit großem Abstand hinter anderen Ruhrgebietsstädten. „Was muss noch passieren, damit man endlich tätig wird?“, fragt Monika Gärtner-Engel, Stadtverordnete für AUF.