Wie eine Bombe schlug die unerwartete Meldung bei den Kollegen ein. Sie sollen bis zum Jahresende in Kurzarbeit und der Grandland X soll in Frankreich gefertigt werden. Diese Meldung kam nur zwei Tage nach einer Betriebsversammlung, zu der hierüber nichts zu vernehmen war.

AUF A4 2 Klimakiller KopieAm 7.10.2021 wurde bekannt, dass der Uniper-Konzern 1.200 Arbeitsplätze vernichten will, davon allein 600 in Gelsenkirchen. „Das ist eine Katastrophe für Gelsenkirchen“, sagt Jan Specht, Stadtverordneter für AUF Gelsenkirchen. Uniper ist entstanden als eine Abspaltung von E.ON, dem Nachfolgeunternehmen der VEBA. Über Jahrzehnte haben diese Unternehmen in Gelsenkirchen Milliardenprofite gemacht. Mit der Gründung von Uniper wurde die „dreckige“ konventionelle Stromerzeugung in ein extra Unternehmen gepackt. Inzwischen gehört Uniper dem finnischen Fortum-Konzern, der nun offensichtlich durchgreift.

Lenz AntonLeserbrief an die WAZ zum Artikel 16.3. „ZF stellt sich für die mobile Zukunft auf“ von Toni Lenz:

„Der Weltkonzern ZF „stellt sich für die Zukunft auf“, heißt es wohlklingend im WAZ-Artikel vom 16.3. Der erste Schritt dafür war, dass 220 Arbeitsplätze in Gelsenkirchen vernichtet wurden.220 Arbeitern, oft mit Familien, ging es an die Existenz. Zum Teil noch heute ohne Arbeit oder miserabel bezahlt. So ist es eben, wenn sich ein Weltkonzern „für die Zukunft aufstellt“: in den Konzernbilanzen sprudeln die Gewinne – die Arbeiter und Angestellten müssen dafür bluten.„Diese Kröte mussten wir schlucken“, meint der Betriebsratsvorsitzende Ugur Coskun. Wenn die Beschäftigten dieser Losung gefolgt wären, dann würde das Werk heute gar nicht mehr stehen.

Zum Artikel der WAZ vom 30.9.21: Belegschaft in Sorge an Uniper-Standorten in Gelsenkirchen

AUF Gelsenkirchen positioniert sich völlig klar: Wir akzeptieren keine Vernichtung von Arbeitsplätzen bei Uniper und versichern den Kolleginnen und Kollegen unsere volle Solidarität und Unterstützung im Kampf um ihre Arbeitsplätze!

Es ist das alte Lied: angeblich ist die Umstellung auf erneuerbare Energien schuld an der Vernichtung von Arbeitsplätzen! Tatsächlich kommt es natürlich mit veränderten Produkten wie auch in der Autoindustrie mit der Umstellung auf den Elektromotor zu Veränderungen in der Produktion und der Arbeitswelt.

AUF fr ArbeitspltzeSchon seit Wochen waren BP-Mitarbeiter in großer Sorge um Gerüchte zum Arbeitsplatzabbau bei BP. Jetzt wird klar: 200 Mitarbeiter beim BP-Standort Gelsenkirchen und bundesweit 720 sollen ihren Job verlieren. Diesen Kollegen nützt es nichts, wenn im Gegenzug neue Stellen entstehen sollen – das sind erstens noch keine festen Zusagen und zweitens sind die 200, bzw. 720 Arbeitsplätze, die jetzt abgebaut werden sollen, trotzdem verloren.

Kündigungen sind nicht zu akzeptieren, auch wenn es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommt: Jeder verlorene Arbeitsplatz fehlt in Gelsenkirchen und für die Jugend, in einer Region mit so hoher Arbeitslosigkeit! Auch Gespräche um Abfindungsleistungen sichern keine Arbeitsplätze – im Gegenteil! Abfindungen werden hoch versteuert, und man muss erst mal davon sein Leben bestreiten, bevor es finanzielle Unterstützung vom Jobcenter gibt. Die meisten der letzten 200 Bergleute, die seit über einem Jahr gegen ihre “betriebsbedingte Kündigung” kämpfen, lassen sich auf den Verkauf ihrer Arbeitspätze nicht ein, weil sie damit sowohl ihren Arbeitsplatz als auch ihre durch ihre Arbeit erworbenen Rechte verlieren.